Partizipatives Studentenprojekt Spinelli Mannheim / Atelier U20

Anonim

Partizipatives Studentenprojekt Spinelli Mannheim / Atelier U20

  • Architekten

    Atelier U20

  • Ort

    Am Aubuckel, Mannheim, Deutschland

  • Bereich

    550, 0 m2

  • Projektjahr

    2016

  • Fotografien

    Yannick Wegner

  • Projektmanagement

    Baukompetenzzentrum Mannheim, Tatjana Dürr

  • Die Architektur

    Studenten des Ateliers U20, Fakultät für Architektur der TU Kaiserslautern

  • Richtung

    Holzbau, Jun.Prof. Stefan Krötsch / Struktur und Material, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf / Digital Tools, Jun.Prof. Andreas Kretzer

  • Wissenschaftliche Mitarbeiter

    Sebastian Rauch (Bauleitung), Christian Weisgerber

  • Studenten

    Johannes Ackermann, Soheyl Aslani, Sandra Gressung, Sonja Hiegle, Annika Koch, Alina Kohl, Tobias Kohlstruck, Bei Liu, Konrad Peter, Viktor Poteschkin, Sascha Ritschel, Arved Sartorius, Manuel Scheib, Nicolas Treitz, Tobias Vogel, Lukas Weber, Lu Yuan, Ying Zhang

  • Freiwillige

    Manneh Alassan, Barry Alieu, Momodou Bah, Lamin Bakare, Alhagie Darboe, Ousman Dema, Abubacarr Gagigo, Yankuba Gitteh, Amanuel Habtom, Fatti Ismael, Adama Jallow, Dawda Jallow, Demba Jaun, Hamadi Rund, Danlad Momoh, Luke Okoeguale, Ifeanyi Okolie, Stanley Okoro, Emmanuel Onyemarin, Sanna Sacka, Sanyang Seiney, Dembo Tunkara, Bright Uwubuedere

  • Lokale Baufirmen

    Bauunternehmung Streib GmbH, Mannheim; Handwerkscenter Holz GmbH, Mannheim; Edgar Körber GmbH, Mannheim; SAM Truck GmbH, Kempten

  • Klient

    Regionalrat Karlsruhe, Manfred Beuchert

  • Mehr Spezifikationen Weniger Spezifikationen

Textbeschreibung der Architekten. Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen, werden aufgrund bürokratischer Verfahren zu einer langen Passivität verurteilt. Im Flüchtlingslager an der Stelle der ehemaligen amerikanischen Spinelli-Kaserne in Mannheim sind sie mit dem Nötigsten ausgestattet, aber die unmittelbare Umgebung ist ziemlich verlassen und es fehlt ihnen an der Qualität der Gemeinschaftsräume.

In dieser Situation entstand das Projekt „Gemeinsam bauen - gemeinsam lernen“. 18 Studenten der Fakultät für Architektur der TU Kaiserslautern bauten zusammen mit 25 Flüchtlingen ein Gemeindezentrum. Die Flüchtlinge erhielten die Möglichkeit, ihre Umwelt aktiv zu gestalten und neue Fähigkeiten zu erwerben, die auch dann nützlich sein können, wenn sie nicht dauerhaft in Deutschland bleiben können. Die Studenten konnten einen aktiven und positiven Beitrag zur Flüchtlingskrise leisten. Als zukünftige Architekten bringen sie Know-how ein, das auf den ersten Blick in einem Flüchtlingslager luxuriös wirken mag, aber bei näherer Betrachtung noch wichtiger ist: die Schaffung angenehmer Orte und hochwertiger Architektur.

Isometrisch

Nachdem die Studierenden gemeinsam mit den Flüchtlingen die Konturen festgelegt hatten, entwickelten sie im Verlauf eines sehr intensiven Sommersemesters Konstruktions-, Genehmigungs- und Ausführungszeichnungen sowie Visualisierungen und Kostenplanungen. Von Mitte August bis Ende Oktober arbeiteten, aßen und lebten sie zusammen mit den Flüchtlingen in der Spinelli-Kaserne. Dies führte zu einer intensiven Arbeitsatmosphäre und einer sehr positiven Gruppendynamik. Die Innen- und Außenräume des Gebäudes sind in einer sorgfältig entworfenen Reihenfolge miteinander verbunden oder getrennt.

Zwei Wände des Hauptgebäudes erstrecken sich nach Norden und zeigen zwei Bereiche mit jeweils spezifischem Charakter. Ein kleinerer umschlossener Raum mit überdachten Nischen kann als introvertierter Garten und ruhiger Erholungsort genutzt werden, während der größere Hof einen Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen beherbergt, der durch Sitzkabinen nach Süden und Westen begrenzt wird.

Alle Bauteile und Oberflächen bestehen aus unbehandeltem Holz. Zum Schutz vor Feuchtigkeit während des Bauprozesses und zur Herstellung dieser Teile in nur sechs Wochen wurden großformatige Bauteile in einem Hangar der ehemaligen Militäranlage vorgefertigt und vor Ort mit hoher Geschwindigkeit und Präzision montiert. Das geringe Gewicht des Holzes ermöglichte den Transport großer Elemente mit einfachen Mitteln und reduzierte gleichzeitig die Fundamente auf wenige Fundamentfundamente, indem die Wände als Traversen eingebaut wurden. Auf diese Weise wurden sowohl die Gründungskosten als auch die negativen ökologischen Auswirkungen von Beton auf ein Minimum reduziert.

Um viele helfende Hände optimal zu nutzen und die Baukosten zu senken, wurden keine großen Maschinen eingesetzt. Stattdessen wurden einfache und materialsparende, aber arbeitsintensive Konstruktionen verwendet. Wände und Traversen aus einfachen Latten von 3 x 5 cm sind symbolische Repräsentanten dieser Methode: Sie sind zu einem Raster aus fünf vertikal und diagonal angeordneten Schichten verschraubt und bilden eine hocheffiziente Tragstruktur für Wände und Traversen. Die ornamentale Struktur ergibt den einzigartigen architektonischen Ausdruck des Gebäudes. Multipliziert mit dem Zusammenspiel mit Licht wird es von den Flüchtlingen als Erinnerung an orientalische Ornamente und als einladende Identifizierungsgeste an einem fremden Ort erkannt.

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